Der Hund kommt nass rein – und jetzt? Viele lassen den Hund einfach trocknen, wo er sich hinlegt. Das funktioniert, dauert aber lange. Und je länger das Fell feucht bleibt, desto mehr Zeit haben die geruchsbildenden Prozesse im Fell, ihre Arbeit zu tun.
Mit ein paar gezielten Handgriffen ist das Fell deutlich schneller trocken, der Geruch kürzer präsent – und der Hund angenehmer in der Wohnung.
Zuerst: Abschütteln lassen
Klingt banal, macht aber einen echten Unterschied: Bevor man mit dem Handtuch anfängt, sollte der Hund sich ausschütteln dürfen. Hunde machen das von Natur aus, und dabei werden erstaunlich große Mengen Wasser aus dem Fell geschleudert. Wer das in der Wohnung vermeiden möchte, kann kurz im Flur oder vor der Tür warten.
Danach ist das Fell bereits deutlich weniger nass – und das Abtrocknen geht schneller und einfacher.
Abtrocknen mit dem Handtuch
Das Handtuch ist das wichtigste Werkzeug. Ein normales Baumwollhandtuch funktioniert, aber Mikrofasertücher nehmen deutlich mehr Feuchtigkeit auf und trocknen das Fell effizienter. Speziell für Hunde gibt es Modelle mit extra saugfähiger Oberfläche und praktischen Handtaschen, mit denen man das Fell besser durcharbeiten kann.
Beim Abrubbeln gilt: keine Angst vor etwas Druck. Besonders die Unterwolle bei dichtem Fell hält Feuchtigkeit lange fest. Mit kreisenden Bewegungen oder gegen die Fellrichtung kommt man besser in die tieferen Schichten als mit reinen Streichbewegungen.
Pfoten und Bauch werden leicht vergessen – dabei sind das oft die Bereiche, die am meisten Feuchtigkeit aufgenommen haben. Gerade zwischen den Zehen sammelt sich Nässe, die ohne Abtrocknen lange feucht bleibt.
Föhnen – wann es sinnvoll ist
Föhnen ist kein Muss. Bei kurzhaarigen Hunden ist das Abtrocknen mit dem Handtuch in der Regel völlig ausreichend. Bei Hunden mit dichtem Unterfell oder langem Fell kann der Föhn aber einen echten Unterschied machen – besonders im Winter, wenn das Fell ohne Hilfe lange feucht bleibt.
Ein paar Dinge sind dabei wichtig:
Temperatur. Immer nur lauwarme Luft verwenden, nie heiße. Hundehaut ist empfindlicher als menschliche Haut, und heiße Luft kann schnell unangenehm oder sogar schädlich werden. Viele Hunde reagieren auf Wärme auch mit Unruhe – lauwarme Luft wird meist besser toleriert.
Abstand. Der Föhn sollte nicht direkt auf die Haut gerichtet sein, sondern mit etwas Abstand gehalten und in Bewegung bleiben. Niemals auf eine Stelle fixieren.
Reaktion des Hundes beobachten. Manche Hunde mögen den Föhn, manche nicht. Wer seinen Hund langsam daran gewöhnt – erst kurz, mit viel Lob, mit Abstand –, hat auf Dauer mehr Erfolg als wenn man es erzwingt. Ein Hund, der sich entspannt hinlegt und föhnen lässt, ist das Ergebnis von Gewöhnung, nicht Glück.
Fell in Lagen trocknen. Bei dichtem Fell lohnt es sich, das Fell abschnittsweise zu föhnen und mit den Fingern oder einer Bürste durchzuarbeiten. So kommt die Warmluft auch in die tieferen Schichten.
Was danach noch hilft
Nach dem Trocknen – egal ob nur mit Tuch oder mit Föhn – macht kurzes Bürsten Sinn. Das lockert das Fell auf, verteilt die verbliebene Feuchtigkeit und sorgt für bessere Belüftung. Bei langen Fellen verhindert es außerdem, dass das Fell beim Trocknen verfilzt.
Wer regelmäßig nach dem Regen trocken will, braucht eigentlich nicht viel: ein gutes Mikrofasertuch direkt an der Tür und etwas Routine. Das reicht für die meisten Hunde vollkommen aus.
Föhn und Bürste sind Extras – hilfreich bei dichtem Fell oder besonders nassem Wetter, aber keine Pflichtausrüstung für jeden Haushalt.
