Wer jemals einen Welpen in den Armen gehalten hat, kennt diesen Geruch. Warm, leicht süßlich, irgendwie beruhigend – schwer zu beschreiben, aber sofort erkennbar. Es ist einer der charmantesten Aspekte junger Hunde, und er ist kein Zufall.
Welpen riechen anders als erwachsene Hunde. Das ist biologisch begründet und vollkommen normal. Und wer es einmal weiß, kann auch besser einschätzen, wann sich etwas verändert.
Warum Welpen diesen besonderen Geruch haben
Der typische Welpengeruch kommt aus mehreren Quellen gleichzeitig. Die Haut junger Hunde ist noch sehr dünn und produziert andere Mengen an Talg als bei ausgewachsenen Tieren – weniger, anders zusammengesetzt. Die Mikroflora auf der Haut ist noch im Aufbau und hat nicht die volle Komplexität eines erwachsenen Hundes. Das erzeugt diesen milden, leicht süßlichen Grundgeruch.
Dazu kommt: Welpen trinken in den ersten Wochen Muttermilch, und die Ernährung beeinflusst den Körpergeruch. Muttermilch hat einen eigenen Geruch, der sich subtil im Atem und auf der Haut des Welpen widerspiegelt.
Auch die Speichelzusammensetzung ist bei Welpen anders. Wer einem Welpen die Finger hingestreckt hat, weiß: das Lecken hinterlässt einen anderen Geruch auf der Haut als bei einem erwachsenen Hund.
Wann verändert sich der Geruch?
Mit zunehmendem Alter verändert sich der Welpengeruch. Das passiert nicht schlagartig, sondern schleichend – über Monate. Mit dem Beginn der Zahnentwicklung, der Umstellung auf feste Nahrung und dem hormonellen Heranreifen entwickelt sich die Hautflora weiter, die Talgproduktion nimmt zu und der Geruch wird charakteristischer – wird mehr zum typischen Hundegeruch.
Viele Halter bemerken diesen Übergang kaum bewusst. Man gewöhnt sich an den Welpengeruch, und eines Tages riecht der Hund einfach anders – nach Hund. Das ist keine Verschlechterung, nur eine Veränderung.
Unkastrierte Rüden und Hündinnen entwickeln mit der Geschlechtsreife zusätzliche Geruchsnuancen, die bei kastrierten Tieren weniger ausgeprägt sind.
Was ungewöhnlich ist
Der normale Welpengeruch ist mild und angenehm. Wenn ein Welpe intensiv, streng oder sehr süßlich-muffig riecht – besonders aus dem Maul, aus den Ohren oder aus dem Bereich um den After – sollte man das ernst nehmen.
Welpen sind in den ersten Lebenswochen noch sehr empfindlich. Eine beginnende Ohrentzündung, ein Zahn- oder Zahnfleischproblem beim Milchzahnwechsel oder ein Darmproblem kann sich über Geruch bemerkbar machen – oft bevor andere Symptome deutlich sichtbar sind.
Der sicherste Leitfaden ist: Man kennt den normalen Geruch seines Welpen. Wenn er sich ungewohnt verändert, lohnt es sich, genauer hinzuschauen – und bei Zweifel kurz beim Tierarzt nachzufragen.
Der Welpengeruch und was er bei Menschen auslöst
Es gibt Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass der Geruch von Welpen – ähnlich wie der Babygeruch beim Menschen – eine biologisch verankerte positive Reaktion auslöst. Etwas, das Fürsorge und Bindung fördert. Ob das der Grund ist, warum so viele Menschen das Bedürfnis verspüren, an Welpen zu riechen – oder ob es einfach schön riecht – lässt sich schwer trennen.
Beides ist vermutlich wahr.
